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Ostern und das Grab
Das christlich geschulte Auge erkennt sofort: Die Auferstehung Christi. Denn da sind die schlafenden Wächter, der rote Triumphmantel, die Siegesfahne. Und auch die Seitenwunde fehlt nicht, um zu zeugen: Dies ist wirklich Jesus von Nazareth, der am Kreuz hing und starb. Der, ja derselbe Jesus Christus kommt uns entgegnen, segnet uns mit segnender Hand und steht auf aus dem Grab ins Leben.
Aber das Grab ist nicht offen! Fest verschlossen, ja wie versiegelt bleibt die schwere Steinplatte liegen und deckt das Grab zu. Unüberwindlich diese Grabplatte auf unserem Titelbild des Deocarus-Altars in St. Lorenz, Nürnberg, und undurchdringlich.
Entspricht dies Osterbild nicht unserer Realität? Wenn wir tagtäglich von den oft tragischen und tödlichen Unglücken lesen, bei Verkehrsunfällen oder da, wo eine Familie Abschied nehmen muss von ihrem Kind schon zur Geburt? Wenn wir sehen die Naturkatastrophen, die Verschütteten in Neuseelands Christchurch, oder von Menschen gemachtes Unheil in Libyen und so weiter und immer so weiter. Tod und Gräber und Abschiede und Schmerz, die einfach da sind! Unüberwindlich die Mauer, die Steinplatte zwischen hier und dort.
Wie kann da einer über-winden, zuerst „hinabgestiegen in das Reich das Todes“ und dann wunderbar gekommen ins Hier und Jetzt, in unsere Welt, um uns zu segnen und zu trösten und zu sagen: „Fürchtet euch nicht!“?
Und immer wieder hören Jünger und Jüngerinnen diesen Satz, hören und erleben ihn: „Habt keine Angst. Der Tod hat nicht das letzte Wort.“
Die Grabplatte, darunter unsere Hoffnung, unsere Liebe begraben, untragbar für schwache Menschenhände. Begraben auch unser Leben? Die Platte, die selbst Gott festhalten will, sie kann es nicht! Denn in Christus ist das Grab überwunden! Es gibt kein Zurück! Und Jesus nimmt nun uns in Blick und spricht zu uns: „Habt Vertrauen. Fürchtet euch nicht!“
Liebe Leserinnen und Leser des Gemeindebriefes unserer Trinitatisgemeinde, so wünschen wir uns in den beiden Monaten April und Mai eine gesegnete Passions- und dann Osterzeit – gesegnet vom Auferstandenen!
Ihr Pfr. Rebner


 



 



 

 

 

 

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